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Die Sache mit dem Helfersyndrom
Sharam Tabrizi ist einer derer, die zusätzlich zur Arbeit im Krankenhaus auch noch als Notarzt tätig sind
Von Heidrun Budke
Schrobenhausen (SZ)

 

Die Sache mit dem Helfersyndrom

 

Sharam Tabrizi (l.) mit zweien seiner Kollegen, Alexander Pfäffle und Christian Niemann, vor ihrem Einsatzfahrzeug, das vom BRK gestellt
wird. Foto: Budke

 

Oberarzt Sharam Tabrizi stürmt die Treppen hoch, indem er gleich drei Stufen auf einmal nimmt. Eilig hat er es eigentlich nicht, aber auchimBüro kanner kaum ruhig auf seinem Stuhl sitzen. Er ist ganz einfach energiegeladenund vollerTatendrang.Da überrascht es nicht, dass er sich neben seiner Tätigkeit als Oberarzt der Inneren Medizin nebenberuflich als Notarzt engagiert. Allein wegen der zusätzlichen Bezahlungwürde sich kein Arzt der Welt das Notarztfahren antun, stellt er direkt klar. Wenn es nicht eine Herausforderung wäre, diese Aufgabe anzunehmen. Und Herausforderung ist der Dienst als Notarzt wohl in vielerlei Hinsicht: Da wäre zunächst einmal die Ausbildung, denn nach dem Abschluss als Mediziner ist eine Fortbildung zum Notarzt zu leisten, die privat finanziert werden muss. In Schrobenhausen habe man großes Glück, so Tabrizi, denn der Verein „Menschen helfen – Leben retten“, der zur Unterstützung der Notarztdienste gegründet wurde, helfe bei der Finanzierung. Wenn man dann als Notarzt tätig wird, kommt die zeitliche Belastung hinzu. „Ich mache zwischen 10 und 20 Dienste im Monat“, berichtet Sharam Tabrizi, „neben den normalen Diensten im Krankenhaus als Oberarzt.“ Eine Schicht geht über zwölf Stunden. Tabrizi ist auch für das Erstellen der Notarztdienstpläne zuständig, und wenn irgendwo eine Lücke aufkomme, dann springe er halt selber ein. „Wir haben seit über zehn Jahren nicht eine einzige offene Notarzt-Schicht gehabt!“,betont er, nicht ohne eine berechtigte Portion Stolz. Das funktioniere nur mit Teamgeist und Zusammenhalt. „Wenn jemand ausfällt, melden sich bei uns meist mehrere Kollegen, und sagen dafür auch mal das Essen mit der Frau ab“, zwinkert er lachend. Als „Edeljoker“ bezeichnet er in diesem Zusammenhang übrigens den niedergelassenen Arzt Rudolf Gröner aus Waidhofen, der in Hohenwart praktiziert: „Der Rudi ist ganz wichtig für unser Team!“ 21 aktive Notärzte gibt es im Gebiet Schrobenhausen, davon ist die Hälfte am Kreiskrankenhaus beschäftigt. „Wir sind eine eingeschworeneBande, die von allen Seiten unterstützt wird. Und wir haben alle ein gutes Verhältnis zu den Sanitätern“, sagt Tabrizi. Nach Dienstschluss grillt man auch mal zusammen, das sei wie in einer Familie. Er findet das wichtig, denn die Zusammenarbeit muss klappen. Tabrizi betont: „Man darf nicht die Arroganz besitzen, zu glauben, dass man einem Sanitäter, der seit Jahren seinen Beruf ausübt, etwas vormachen kann, nur weil man studiert hat.“ Erfahrung wiege deutlich mehr als das reine Wissen aus dem Buch. Deshalb bespreche er sich im Einsatz mit den Rettungsassistenten. Als Notarzt trage er natürlich die Verantwortung im Einsatz. Auch unter Stress gilt es, die richtige Entscheidung zu treffen. Souveränität sei dabei wichtig, und Erfahrung gebe natürlich Sicherheit. „Aber es wäre gelogen zu sagen, dass man immer sorgenfrei, angstfrei ist, wenn man ins Auto steigt“, gesteht der gebürtige Perser ein. Wenn das Display zum Beispiel, wie aktuell passiert, „Geburt akut“ anzeigt, „da gehen einem auch schon Gedanken durch den Kopf und man möchte am liebsten nicht Notarzt sein – aber man muss einfach liefern.“ Ein Grund, warum man trotzdemNotarzt fahren will, ist wohl, dass es viele Erfolgserlebnisse gibt. Dem Patienten den Schmerz zu nehmen, ihn erfolgreich zu reanimieren oder psychologisch Beistand leisten zu können, das gebe schon auch ein gutes Gefühl, sagt Tabrizi. Vor allem, wenn im achhinein eine positive Rückmeldung kommt, wie etwa von einer schwangeren Frau, die er mit Blutungen in eine Klinik begleitet habe. „Sie werden sehen, alles wird gutgehen“, habe er zu ihr gesagt und ihr seine Telefonnummer gegeben. Und tatsächlich habe sie Monate später angerufen und gesagt, das Baby sei da und es gehe ihm gut. „Das hat mich sehr glücklich gemacht“, sagt Sharam Tabrizi und man sieht ihm an: Das ist ihm nahe gegangen. Es ist offensichtlich, warum Tabrizi tatsächlich als Notarzt Dienst schiebt: Da sei sehr viel Zwischenmenschliches. „Ein Helfersyndrom haben wir alle“, sagt er mit einem Augenzwinkern.„Daran finde ich nichts Falsches. In einer Gesellschaft,  die zunehmend verroht, finde ich ein Helfersyndrom und ein wenig Zivilcourage nicht schlecht.“   

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